Sea of Thieves – Zu wenig Content sorgt für unzufriedene Spieler

Piraten auf der ganzen Welt lichteten vor wenigen Tagen ihren Anker. Umso verwunderlicher sind die bereits jetzt zahlreichen Kritiken an Microsofts Piraten-Abenteuer Sea of Thieves. Eine Frage vereint die Spieler...
Sea of Thieves

Piraten auf der ganzen Welt lichteten vor wenigen Tagen ihren Anker. Umso verwunderlicher sind die bereits jetzt zahlreichen Kritiken an Microsofts Piraten-Abenteuer Sea of Thieves. Eine Frage vereint die Spieler aber, was kommt denn als nächstes?

Seit ein paar Tagen kann man nun also sein altes Leben hinter sich lassen und als Pirat auf hoher See sein Unwesen treiben. Den schier endlosen Ozean erkunden, nach Schätzen suchen und anderen Piraten dabei ordentlich Feuer unterm Hintern machen. Die Vorstellung als Piratenbande zusammen mit Freunden in See zu stechen, das war es, was Sea of Thieves mit seinen Trailern versprach. Aktuell scheint es aber leider so, als wäre der Ozean gar nicht so schier endlos. Unmut macht sich unter den Spielern breit, welche feststellen müssen, dass sie für knackige 70€ gerade mal eine Hand voll Content bekommen haben.

Und es ist ehrlich gesagt gar keine so große Überraschung. Schon in den ersten Beta-Berichten wurde oftmals erwähnt, dass der aktuelle Content für Sea of Thieves relativ mau aussähe. Damals konnten sich Entwickler und euphorische Fans aber noch hinter der „Beta-Mauer“ verstecken. „Der ganze Content kommt erst in der Vollversion“ hieß es dann. Ich selbst war auch einer dieser blinden Fans. Und um ehrlich zu sein klang das Argument auch eigenartig, hatte ich doch seit vielen Jahren kein Spiel mehr, was schlichtweg zu wenig Inhalt bieten konnte in den Händen. Wenn ein Spiel mal deinstalliert wurde, dann eher weil es zu viel oder teils auch zu schweren Content gab. Man verlor entweder den Überblick oder schlichtweg die Motivation.

Aber was fehlt denn eigentlich?

Eine schwere Frage, aber auch eine Frage, die man heutzutage sehr vorsichtig beantworten muss. Jeder Spieler hat seine eigenen Vorstellungen davon, wie ein Spiel aussehen sollte. Man darf an dieser Stelle auch nicht vergessen, dass alles was es in Sea of Thieves bereits gibt, eine gute Portion Spaß verspricht. Was hätten die Entwickler also ändern müssen, um das Spiel auf lange Zeit interessanter zu gestalten?

Erweiterter Schiffbau

Da wäre zum Beispiel ein umfangreiches Bau-System für die Schiffe. Dazu kämen dann zum Beispiel bestimmte Stats, welche entscheiden wie schnell dein Schiff ist oder wie gut es sich im Kampf macht. Wie viele Kanonen kann ich an Bord mitnehmen? Wie viele Leute brauche ich, um mein Schiff zu steuern? Diese Veränderungen würden grundlegend mehr Freiraum gewähren. Und ist es nicht das, was das Piraten-Leben ausmacht? Freiheit auf hoher See?!

Sea of Thieves/Arekkz Gaming

Sea of Thieves/Arekkz Gaming

Umfangreiches Loot-System

Dann gibt es natürlich noch die Möglichkeit das Loot-System zu erweitern. Spieler sind meistens keine Freunde davon, ihre Anfangswaffe auch im späteren Verlauf des Spiels noch zu führen. Upgrades, Werte, mehr Waffentypen oder vlt. sogar Modifizierungen wären an dieser Stelle denkbar. Spiele wie Dead Island oder Dying Light sind hier die besten Beispiele. Spieler verbrachten noch unzählige Stunden in dem Spiel, nachdem sie mit der Hauptgeschichte fertig waren. Es gab schließlich noch so viele lustige Waffen zu finden oder bauen!

Sea of Thieves

Sea of Thieves

Modifikationen

Mein dritter Vorschlag ist zugleich meine größte Verwunderung. Spätestens seit sich Microsoft Minecraft einverleibt hat, müsste man doch wissen, wie groß der Einfluss von Modifikationen auf ein Spiel ist. Wäre Minecraft ohne Mods oder gar Texture Packs da, wo es heute steht? Ich glaube nicht. Umso verblüffender ist es doch, dass ausgerechnet Microsoft scheinbar nichts davon hält, solch ein System auch bei Sea of Thieves zu ermöglichen. In Kombination mit den anderen beiden Vorschlägen könnten hier mehrere 100 Stunden an Spielspaß hinzugefügt werden. Am Ende würde sich das Spiel vermutlich sogar selber am Leben erhalten, weil die Community fleißig am modifizieren ist.

Die Antwort von Seiten Microsoft

Ich muss zugeben, es ist schon hart, wenn das eigene Spiel nach so wenigen Tagen in derartiger Kritik steht. Content lässt sich nicht mal eben wie ein kleiner Bugfix entwickeln. Es bedarf durchdachter Planung, viel kreativem Input und dann natürlich auch einem großen Zeitfenster für eine gute Umsetzung. Kurzum, es wird wohl etwas dauern, bis Microsoft eine konkrete Antwort auf diese Frage geben kann. Aktuell heißt es daher nur, dass das Problem erkannt worden ist und dass man mit DLCs oder sogar Erweiterungen dagegen vorgehen möchte.

Ich frage mich, ob ich der einzige bin, der bei der Erwähnung des Wortes DLCs aufschreckt. Schließlich sind diese doch für gewöhnlich kostenpflichtig. Mit Blick auf den ersten Teil meiner Kolumne muss ich feststellen, dass es nun aber einen Konflikt gibt. Einer der Kommentare zum Artikel meinte nämlich, dass das Spiel für seine 70€ ja auch alles inklusive hätte. Abgesehen davon, dass das schon damals nicht stimme, da kosmetische Items gegen Echtgeld geplant sind, scheint dieses Argument nun völlig den Boden verloren zu haben. Und jetzt mal Hand aufs Herz, wer kauft denn für 70€ ein Spiel und dazu dann noch DLCs? Wenn Microsoft wirklich etwas am Content machen möchte, dann hoffe ich, dass es nicht in dieser Form passiert, es sei denn, die DLCs werden kostenlos. Dann sähe die Sache nämlich gleich ganz anders aus.

Wie sehen deine Gedanken zu dem Thema aus? Hast du ebenfalls Vorschläge, wie Sea of Thieves an mehr Content gelangen könnte und würdest du kostenpflichtige DLCs in Erwägung ziehen? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare!

Kategorie
GamingPCXbox One
Leander Schuhr

Ich bin Student an der Universität Göttingen und probiere mich aktuell am Lehrer werden. Neben meinem Studium bin ich sportlich im Baseball aktiv und spiele/trainiere mit den Göttingen Allstars. Das Schreiben von Gaming-News und Artikeln fing für mich vor knapp 2 Jahren an, als ich "dank" einer Verletzung ans Bett gefesselt war. Mittlerweile ist es zum Hobby geworden und ich freue mich, hier auf Ragequit endlich ohne Grenzen zu schreiben.

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