Lioncast Arcade Fighting Stick – Review

Lioncast bringt Spielhallen-Flair für PC, PS4 und Nintendo Switch ins Wohnzimmer
Lioncast

Wer auf klassisches Arcade-Feeling steht und seine Lieblings-Retrogames mit dem passenden Equipment zocken möchte, sollte sich mal den Arcade Fighting Stick von Lioncast anschauen. Im Test zeigen wir ob die günstige Alternative hält, was sie verspricht.

Gamepads, Joysticks und Lenkräder müssen nicht immer unerschwinglich sein. Der Markt hat selbst für den kleinen Geldbeutel einiges parat. Dazu zählt auch der Arcade Fight-Stick von Lioncast. Der deutsche Hersteller aus Berlin vertreibt nämlich nicht nur Tastaturen, Headsets und Mäuse. Doch kann der Stick tatsächlich Spielhallen-Flair ins heimische Wohnzimmer bringen? Und funktioniert das am PC genau so einfach wie an der PS4 und der Nintendo Switch? Wir klären’s im Test.

Die Optik

Auf den ersten Blick macht die Peripherie einen soliden Eindruck. Kräftiges Blau wird durch weiße Outlines von den schwarzen Tasten abgehoben. Die einzelnen Knöpfe sind mit den Tastenbezeichnungen ihres PlayStation-Pendants markiert, was die Orientierung erleichtern soll.

Die Abmessungen sind mit 29x21x10cm optimal und das geringe Gewicht von 998g liegt entspannt auf dem Schoß.

Die Features

Der Joystick auf der linken Seite verfügt über keine vollen 360°. Die Abnahme der Richtungsangabe wird durch acht Schalter an allen Seiten realisiert. Neben dem Knüppel hat das Gamepad acht weitere Tasten: L1, L2, R1, R2, Dreieck, Viereck, X, O. Dazu kommen die beiden Buttons für Optionen und Share, sowie 4 kleinere Schalter: L3, R3, Home und Turbo. Die Turbo Taste kann sehr sinnvoll genutzt werden, um eine Taste dauerhaft festzustellen oder wiederholend drücken zu lassen. Aufgrund dieses Features ist der Arcade Fighting Stick bereits von einigen Turnieren verbannt worden. Da diese Zusatzoption als Cheating bezeichnet werden könnte, solltest du sie mit Vorsicht genießen.

Der Anschluss des Sticks erfolgt ganz einfach per USB-Kabel. Das funktioniert am PC genauso unkompliziert wie an der Nintendo Switch. Die PlayStation ließ sich nach anfänglichem Meckern auch dazu überreden, den neuen Controller anzuerkennen. Allerdings möchten wir die Kabellänge ankreiden. Nicht jeder sitzt beim Zocken unmittelbar vor dem Fernseher. Sollte deine Couch zu weit vom Ort des Geschehens platziert sein musst du unter Umständen auf dem Boden Platz nehmen.

Die Haptik

Beim genaueren Hinsehen bzw. Anfassen merkt man jedoch, dass die Verarbeitung relativ billig zu sein scheint. Der Ring unter dem Joystick lässt sich hoch- und runterschieben, die Tasten haben einen recht schwammigen sowie späten Druckpunkt und die Gummifüße hinterließen auf unserem Holztisch schwarze Streifen (die jedoch leicht abzuwaschen waren).

Einen guten Grip hatten wir allerdings dauerhaft. Am Stick als auch auf den Tasten traten nach mehreren Stunden Gaming keine Verschleißerscheinungen auf. Dank der angenehmen Verteilung konnte auch das eigene Handgelenk nach dem Dauereinsatz problemlos weiterbelastet werden.

Das Gameplay

Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit geht das Spielen mit dem Lioncast Arcade Fighting Stick leicht von der Hand. Allerdings ist uns der Joystick etwas zu schwergängig, um damit dauerhaft schnelle Reaktionen und Moves durchführen zu können. Gerade bei Beat ‚em Ups wie Street Fighter oder Tekken war das problematisch.

Abgesehen davon sind die Tasten extrem laut. Hier merkt man wieder die billige Verarbeitung, denn beim Buttonmashing geht einem das ständige klackern tierisch auf die Nerven. Einige Male schienen auch die Tasten L2 und R2 kein Signal an die Konsole weiterzuleiten. So verloren wir bei Mario Tennis Aces mehrere Punkte, weil unser lieber Luigi keinen Special-Move ausführte obwohl die Taste gedrückt wurde. Die oben angesprochene Turbo-Taste wurde uns bei The Binding of Isaac zum Verhängnis: Nach dem Aktivieren wollte sich der Modus partout nicht mehr ausschalten lassen. Erst nach Abziehen und wieder Anschließen des Controllers war ein normales weiterspielen möglich.

Auch das auf der Packung angepriesene Modding des Fighting Sticks ist nur bedingt sinnvoll/nutzbar. Wer sich als „Enthusiast“ bezeichnet, darf schnell 25 Euro für einen anderen Stick oder 5€ für einzelne Buttons ausgeben (z.B. bei Sanwa Parts). Doch zuerst müssen ja die alten Tasten vom Gamepad runter – leichter gesagt als getan. Die Knöpfe sind sehr schwer aus ihrer Halterung zu lösen und ohne das richtige Werkzeug zerkratzt man sich schnell die Oberfläche.

Fazit:

Wer für ein Arcade Gamepad nicht viel Geld ausgeben möchte, kann hier zuschlagen. Der Lioncast Arcade Fighting Stick bewegt sich vom Preis/Leistungsverhältnis her in der Mittelklasse. Casualgamer und Retroliebhaber kommen dabei voll auf ihre Kosten. Wer jedoch täglich oder sogar auf Turnieren mit so einem Gerät zocken möchte, sollte lieber ein paar Credits mehr in die Hand nehmen.

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Kategorie
GamingHardwareReviews

Ich bin Tobias Heinen, Mitte 20 und seit Juni 2013 aktiv als freier Redakteur tätig. Gaming ist meine Leidenschaft! Zu den Aufgabenbereichen die ich verwalte zählt unter anderem der tägliche Rundumschlag in Sachen Newsmeldungen: Alles was anfällt wird gesichtet und wenn möglich sofort auf die Seite gepackt.

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