Kündigte Goodgame Studios Mitarbeiter um die Bildung eines Betriebsrates zu verhindern?

Das könnte für das Studio sehr teuer werden.
Goodgame Studios

Spielentwickler Goodgame Studios muss sich aktuell gegen schwerwiegende Vorwürfe einiger Mitarbeiter wehren, wonach diese entlassen wurden um die Bildung eines Betriebsrates zu verhindern.

Die Goodgame Studios gehören neben Crytek und Ubisoft Blue Byte zu den größten Spielentwickler in Deutschland und beschäftigen aktuell über 1200 Mitarbeiter. Aktuell muss sich der Entwickler gegen einige schwerwiegende Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter wehren welche ihm vorwerfen, diese entlassen zu haben um die Bildung eines Betriebsrates zu verhindern.

Der Betriebsrat hat die Aufgabe die Interessen von Mitarbeitern gegenüber der Unternehmensführung zu vertreten und bildet ein Mitbestimmungsorgan, welches auch an betrieblichen Entscheidungen mitwirkt. Auf Anfrage von gamebusiness.de äußerte sich Goodgame Unternehmenssprecher Dirk Hensen wie folgt dazu:

Nach eingehender Prüfung hat das Unternehmen entschieden, sich aus betrieblichen Gründen, wie z.B. Leistungsdefiziten, von 28 Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen mit umgehender Wirkung zu trennen.

Die Frage ob auch Mitarbeiter unter den Entlassenen seien welche die Gründung eines Betriebsrates initiieren wollten, ließ er allerdings unkommentiert.

In der Vergangenheit schlossen sich Mitarbeiter verschiedenster Abteilungen zu einer Betriebsratsgruppe zusammen, um im Dezember 2015/Januar 2016 die Bildung eines Betriebsrates zu initiieren. Das scheint bei der Unternehmensführung offensichtlich nicht so gut angekommen zu sein.

Bereits seit einiger Zeit gibt es Hinweise drauf, dass die Arbeitsbedingungen bei Goodgame alles andere als Ideal sind. Auf der Unternehmens-Bewertungsplattform Kununu beispielsweise sind schon seit einiger Zeit Beiträge zu lesen, welche sich kritisch zum Betriebsklima äußern. Von Teils dramatischen Zuständen bei der Mitarbeiterführung ist dort zu lesen und auch das Fehlen eines Betriebsrates, wird dort mehrfach bemängelt.

Welche Gründe nun tatsächlich zu den Entlassungen führten, wissen wir nicht. Offensichtlich ist aber, dass die Mitarbeiter eher weniger auf Grund von „Leistungsdefiziten“ entlassen wurden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte auf Goodgame eine Menge Ärger und vor allem hohe Strafen zukommen. Gesetzlich sieht es nämlich so aus, dass zu einer Wahlversammlung einladendene Kolleginnen und Kollegen bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses nicht ordentlich kündbar sind.

Quelle: Gamereactor

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Sascha Siska

Ich bin seit 5 Jahren als Autor, Chefredakteur und Seiteninhaber tätig und berichte täglich über aktuelles Geschehen aus den Bereichen, Videospiele, Entertainment und Hardware.Ich bin 38 Jahre alt, komme und wohne in Wuppertal und bin zudem bei einem der führenden Gameserver-Hostern Europas als Content-Manager tätig.

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